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Bedingte Aktionen in Photoshop CC

Bedingte Aktionen in Photoshop CC 29. Januar 2016Leave a comment

Ich habe jahrelang als Diplom-Designer mit den Schwerpunkten Web-, UX- und Icondesign gearbeitet. Daneben war ich, als "Adobe Certified Expert Photoshop", Fachautor und Dozent für Digitale Bildbearbeitung und Webdesign. Derzeit mache ich ein Zweitstudium um einen beruflichen Kurswechsel zum Grundschullehrer vorzunehmen. Die Begeisterung für Design und Technik ist jedoch ungetrübt. Deswegen lebt mein Blog (wieder) weiter. :)

In diesem Artikel zeige ich, wie sich Aktionen in Photoshop variabler bzw. spezifischer für bestimmte Zwecke konfigurieren lassen.
Was Du schon wissen solltest:

  • Grundlegendes Verständnis Aktionen

Was Du benötigst:

  • Photoshop CC

Funktionsweise bedingter Aktionen

Grundsätzlich sind Aktionen in Photoshop dumm. Sie befolgen in hierarchischer Reihenfolge die Befehle, die einmal aufgezeichnet wurden. Passt etwas nicht mit den ursprünglichen Aufnahmebedingungen zusammen, erscheint meist eine Fehlermeldung und die Aktion wird abgebrochen. Weitaus intelligenter sind hier die Skripte – allerdings sind sie auch komplexer in der Handhabung. In Photoshop CC haben nun bedingte Aktionen (BA) Einzug gehalten, die über eine “gesteigerte Intelligenz” verfügen.

Ausgangslage für die BA ist eine beliebige, bereits bestehende Aktion, die Ihr wie gewohnt aufzeichnet. Anschliessend öffnet Ihr bei ausgewählter Aktion die Optionen der Aktionen-Palette und wählt “Bedingung einfügen…”. Darauf hin öffnet sich ein im Grunde selbst erklärender Dialog:

Dialogfeld Bedingte Aktionen in Photoshop
Einige Optionen der bedingen Aktionen in Photoshop CC.

Im ersten Drop-Down wird das Kriterium festgelegt, welches erfüllt sein muss, damit die Aktion ausgeführt wird. Über die folgenden Dropdowns könnt ihr bis zu zwei Aktionen zuweisen, die ausgeführt werden, wenn:

  • Die Bedingung erfüllt ist, oder
  • Die Bedingung nicht erfüllt ist

Es ist nicht notwendig, beide der unteren Menüs auszufüllen. Im einfachsten Fall stellt ihr eine Bedingung und führt beim erfüllen oder nicht erfüllen eine Aktion aus. Fertig. Oder aber ihr möchtet, dass je nachdem unterschiedliche Aktionen ausgeführt werden.

Ein Beispiel

Ihr möchtet einer Reihe von bestehenden Grafiken einer Website, einen einfachen, 1px starken, gelben Rahmen zuweisen. Die Grafiken liegen teils als JPGs, teils als GIFs im indizierten Farbmodus vor (die Originaldateien sind auf mysteriöse Art und Weise verschwunden…). Bei letzteren lassen sich allerdings aufgrund des Modus keine neuen Farben ergänzen, die noch nicht im Dokument existieren.

1. Aktion aufzeichnen

  1. Gelbton (Rahmenfarbe) definieren
  2. Auswahl > Alles auswählen
  3. Bearbeiten > Kontur füllen (1px Innen mit der definierten Vordergrundfarbe)

Bei allen Dateien im RGB-Farbraum funktioniert das auch einwandfrei. Sobald allerdings eine Datei im indizierten Modus oder auch als Graustufen vorliegt, versagt die Aktion. Entsprechend muss dafür gesorgt werden, dass solche Daten erst einmal ins RGB umgewandelt werden. Um das zu bewerkstelligen, benötigen wir zuerst noch eine zweite Variante unserer Aktion.

2. Zweite Variante aufzeichnen

Vor dem ersten Schritt (also dem definieren des Gelbtons) erhält diese einfach noch einen weiteren Aktionspunkt, nämlich: Bild > Modus > RGB-Farbe. (Zum Einfügen einfach einen beliebigen Schritt der Aktion auswählen, aufnehmen drücken, den Moduswechsel vornehmen, Aktion stoppen und den neuen Punkt an die oberste Stelle ziehen.)

3. Bedingte Aktion zuweisen

Abschliessend müsst ihr Euch noch eine “Weiche” erstellen. Diese ist eine Aktion, die nichts anderes tut, als per definierter Bedingung weitere Aktionen auszulösen. Klingt umständlich, ist aber ganz einfach:

Erstellt eine neue Aktion, deren Aufzeichnung ihr direkt wieder beendet, ohne einen Befehl zu geben. Es geht ausschliesslich um den Eintrag in der Aktions-Palette.
Dann öffnet ihr den Dialog “Bedingung einfügen…” und nehmt folgende Einstellungen vor:

  • Falls aktuell: Dokumentmodell ist RGB
  • Dann Aktion ausführen:Erste Aktion zuweisen
  • Andernfalls Aktion ausführen: Zweite Aktion, mit Wandel in RGB-Farbmodell, zuweisen

Das ist alles. Photoshop prüft nun beim ausführen der Aktion, ob das Dokument im RGB-Modus vorliegt. Ist das der Fall, erhält es die gelbe Kontur direkt. Weicht der Modus vom RGB ab, erfolgt gemäss der zweiten Aktion erst eine Konvertierung in den RGB-Farbraum und anschliessend das Erstellen des gewünschten Rahmens.

Viele Möglichkeiten

Die bedingten Aktionen bieten eine Menge Möglichkeiten. Spielt ein wenig damit herum. Als Anregung ein paar weitere Möglichkeiten:

  • Hochformat/Querformat prüfen: Wasserzeichen korrekt platzieren
  • Ebene ist Pixelebene: Ebene kopieren und in Smart-Objekt konvertieren (Backup/verlustfreies arbeiten)
  • Ebene enthält Effekte: Ebene aus Effekten erstellen

Was ist Deine Meinung?

Sind bedingte Aktionen für dich eine sinnvolle Option? Oder hältst Du es generell nicht so mit dem Automatisieren?

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