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Things 3 – ToDos für eine bessere Produktivität

Things 3 – ToDos für eine bessere Produktivität 30. Mai 20171 Comment

Ich habe jahrelang als Diplom-Designer mit den Schwerpunkten Web-, UX- und Icondesign gearbeitet. Daneben war ich, als "Adobe Certified Expert Photoshop", Fachautor und Dozent für Digitale Bildbearbeitung und Webdesign. Derzeit mache ich ein Zweitstudium um einen beruflichen Kurswechsel zum Grundschullehrer vorzunehmen. Die Begeisterung für Design und Technik ist jedoch ungetrübt. Deswegen lebt mein Blog (wieder) weiter. :)

Screenshots von Designmockups für Things 3
Things 3 überzeugt im Ansatz. Viele Dinge bleibt es jedoch auch schuldig. Ein persönlicher Wunschzettel mit Konzeptentwürfen.
In meinem kürzlich veröffentlichten Beitrag zu Things 3 habe ich meine ersten Eindrücke ausführlich geschildert. Dabei kam ich auch nicht umhin, einige Dinge zu kritisieren die mich stören, bzw. die mir schlichtweg fehlen. Nun soll Kritik im besten Fall ja immer konstruktiv sein. Aus diesem Grund war ich so frei, nach 10 Tagen Testballon mit Things 3, Photoshop anzuwerfen und kleine Konzepte zu skizzieren, welche die ToDo-Anwendung für mich zu einem alltagstauglichen Programm machen würden. Dabei habe ich eine Unterteilung in verschiedene Arbeitsbereiche vorgenommen, die jeweils mit einem Mocuk-Up einleiten, gefolgt von einer kurzen textlichen Erläuterung.

Vielleicht liest der Entwickler ja zufällig diesen Eintrag und findet den ein oder anderen Ansatz ja für verfolgenswert. 🙂

1. Seitenleiste

Übersicht Seitenleiste Things 3 macOS
Die Abstände in der Seitenleiste sind unter macOS sehr kompakt geraten. Etwas mehr Luft hätte meines Erachtens gut getan.

1.1 Mehr Abstände

Die Seitenleiste ist, entgegen des restlichen Designs sehr gequetscht. Warum die Listenelemente nicht ein wenig in der Vertikalen atmen lassen? Der Unterschied ist zwischen der linken (Original) und der rechten Abbildung (mein Mock-Up) gut zu erkennen.

1.2 Bereiche ein- und ausklappen

Da verschachtelte Projekte in Things 3 nicht möglich sind, entsteht schnell eine Vielzahl an Projekten. Dies führt, nicht zuletzt am iPhone, zu Scroll-Orgien. Schön wäre es, wenn sich die Bereiche ein/ausklappen ließen. Idee: Beim hovern des Titels erscheint der Hinweis zum ein- bzw. ausblenden (wie z.B. bei der Anwendung Forklift für macOS). Im Normalzustand bleibt die Darstellung clean und reduziert.

1.3 Numerische Ansicht vorhandener Aufgaben

Things 3 zeigt mittels eines kleinen Kreises den Fortschritt der darin enthaltenen Aufgaben an. Das ist ein schöner Ansatz, aus zwei Gründen jedoch nicht besonders aussagekräftig. Ein halb ausgefüllter Kreis kann bedeuten“Hier gibt es noch eine Aufgabe“, oder aber auch „Hier gibt es noch 1000 Aufgaben zu tun“. Es fehlt ein absoluter Bezug. Fast noch schlimmer ist die Tatsache, dass ausschliesslich Aufgaben mit einem zugewiesenen Datum für den Fortschritt innerhalb des Kreisdiagramms einbezogen werden. Anders ausgedrückt: Ein leerer Kreis bedeutet, dass keine Aufgabe im Projekt vorhanden ist. Er kann aber ebenfalls bedeuten, dass 1000 Aufgaben ohne konkreten Termin darin abgelegt sind. In meinen Augen ein gewaltiger Unterschied. Von daher plädiere ich für eine klare Anzeige, beispielsweise mittels Zahlenbadges, wie in der Abbildung zu sehen.

1.4 Projekte mit Datum müssen in der Seitenleiste bleiben

Hierzu keine Visualisierung, aber der Gedanke ist klar. Sobald ein Projekt ein Fälligkeitsdatum zugewiesen bekommt, verschwindet es aus der Bereichsansicht in der Seitenleiste. Mir fällt hierzu kein nachvollziehbarer Grund ein, der dieses Feature sinnvoll macht.

2. Hauptfenster «Bereich»

Konzeptskizze für die Bereichsansicht in Things 3
Ein ausgewählter Bereich sollte eine klare Übersicht über alle Projekte und Aufgaben darin bieten.

2.1 Komplette Bereichsübersicht

Wenn ich einen Bereich in der Seitenleiste auswähle, so möchte ich gerne eine Gesamtübersicht über alle darin befindlichen Projekte und Aufgaben. Ein Bereich soll mir einen klaren und schnellen Überblick geben. Aktuell listet Things 3 jedoch ausschliesslich die Projekte auf, die ich bereits in der Seitenleiste in aller Vollständigkeit einsehen kann. Der einzige positive Effekt ist, dass hier die Anzahl an Tasks innerhalb der Projekte sichtbar sind, wie ich sie oben für die Seitenleiste gefordert habe. In Summe ist das für eine Übersicht zu wenig. Ich wünsche mir an dieser Stelle eine „Operationsbasis“ für den jeweiligen Bereich. Gerne mit per Default eingeklappten Projekten, die sich jedoch einzeln, bzw. gerne als Zusatzoption auch allesamt, aufklappen lassen. Die Abbildung zeigt eine mögliche Ansicht, die mir mehr Nutzen versprechen würde.

2.2 Überschriften in der Bereichsansicht

Mir gefällt die Option, Bereiche einrichten zu können. Somit kann ich thematisch schön strukturieren. Einige Bereiche sind bei mir jedoch recht überschaubar, so dass ich nicht zwingend Projekte benötige. Eine Gliederung mittels Überschriften, wie innerhalb von Projekten, ist direkt innerhalb von Bereichen jedoch nicht möglich. Das ist sehr schade. Als Alternative könnte ich für solche kleinen Bereiche natürlich auch einfach ein Projekt anlegen, anstatt eines Bereichs, allerdings wäre das semantisch für mich inkonsistent.

3. Hauptfenster «Projekt»

Projektansicht mit wiederkehrenden Elementen in Things 3
Wiederkehrende Projekte sollten innerhalb des zugehörigen Projekts dargestellt werden, nicht ausserhalb.

Stand jetzt, lassen sich innerhalb eines Projektes keine wiederkehrenden Aufgaben einfügen. Diese wandern stattdessen aus dem Projekt hinaus, in die Ansicht „geplant“. Was auch immer die Entwickler zu diesem, Entschuldigung, Unsinn veranlasst hat, ist mir schleierhaft. Allerdings hat Cultured Code in ihrem Firmenblog bereits eine Anpassung im kommenden Update versprochen. Damit wäre eine größere Schwachstelle ausgemerzt. Schön. Bis dahin ein spontaner Vorschlag meinerseits, wie sich die Aufgaben integrieren ließen. Aber ich bin sicher, CC schafft hier eine besser integrierte Lösung. 🙂

4. Aufgaben

Aufgaben haben meines Erachtens genau zwei Schwachstellen. Besonders schwer wiegen die fehlenden echten Anhänge. Aber auch der Mangel ortsbasierter Erinnerungen ist heutzutage nicht nachvollziehbar.

4.1 Anhänge

Konzeptskizze für eine Anhang-Funktion in Things 3
Echte Anhänge mit Vorschaubild gängiger Formate wären eine wichtige Funktion.

Bislang referenziert Things 3 nur auf eine Datei auf der Festplatte. Wird diese Datei auf der Festplatte gelöscht oder verschoben, ist sie auch in Things nicht mehr existent. Zudem erfolgt auch keine Synchronisation der Anhänge auf andere Geräte (iPhone bzw. iPad). Hier muss dringend nachgeholt werden. Ein Icon für echte Anhänge ließe sich, ergänzend zu den bisherigen Optionen der Schnelleingabe bzw. dem Drag & Drop problemlos in die bestehende Iconreihe integrieren. Kleine Thumbnails der angehängten Dateien für gängige Dateiformate würden zudem für mehr Übersicht sorgen. Auch hier eventuell als Option, Anhänge standardmässig auszublenden und nur bei Bedarf auszuklappen, um die das GUI kompakter und aufgeräumter zu halten.

4.2 Erinnerungen

Konzeptskizze Erinnerungsfunktion Things 3
Die Erinnerungsfunktion mit flexiblerer Zeitangabe und ortsbasierter Benachrichtigung.

Die einzige Option für Erinnerungen besteht derzeit darin, für den Tag der Fälligkeit eine Uhrzeit zur Erinnerung zu setzen. Schöner wäre es, wenn hier auch ein anderer Tag gesetzt werden könnte. Für den Fall, dass ich eine etwas zeitintensivere Aufgabe aus den Augen verloren habe, nutzt mir eine Erinnerung wenige Stunden vor dem Abgabetermin wenig. Von daher: Bitte die Möglichkeit ergänzen, auch ein autarkes Datum für die Erinnerung zu definieren.

Ebenso vielfach in verschiedensten Foren und Blog-Kommentaren gewünscht, auch meinerseits, sind ortsbasierte Erinnerungen. Diese nützlichen Helferlein erfreuen sich bei mir in ToDoist bzw. OmniFocus großer Beliebtheit, gerade wenn es um Besorgungen/Einkäufe geht, die ich im Trubel sonst gerne einmal in der Stadt „verdrängen“ würde.

Zu beiden Ergänzungen habe ich oben stehend einen kleinen Vorschlag erarbeitet. Beide sind sicherlich noch nicht der Weisheit letzter Schluss, insbesondere was die Größe des Adressfeldes für die Ortsangabe betrifft, aber dennoch zeigen die Ansätze gut, dass sich solche Optionen gut in das bestehende Interface integrieren lassen, ohne dass der Date Picker an Übersichtlichkeit verliert.

Fazit

Wie ihr seht, sind vieles gefühlte Kleinigkeiten, die Things 3 für mich zu einer wirklich guten und praxistauglichen Anwendung machen würden. Ich hoffe, Cultured Code kommt den Wünschen der Benutzer zeitnah nach – denn mit einigen Punkten bin ich nicht sonderlich exklusiv. Bis dahin fahre ich weiterhin zweispurig. Ein Auge auf die Entwicklung von Things und dem Versuch, mit starker Reduktion anfreunden zu können, mit dem anderen auf ToDoist, bzw. wieder vermehrt OmniFocus, da es einige für mich wichtige Kernfeatures bietet, die Things leider nicht aufweist. Aber im Grunde ist es mir in vielen Belangen zu überladen. Auswahl ist eben nicht immer gut. 🙂

Was ist Deine Meinung?

Welche Erfahrung konntest Du mit Things 3 machen? Welche weiteren Features wünscht Du dir für das persönliche Glücksgefühl? 🙂

One comment

  1. Eine Sache ist mir noch aufgefallen, aber eher in Richtung Usability – und aktuell sehr nervig. Wenn ich durch die Listen klicke und die fertigen ToDos anklicke, wird die Anzeige mit einer klitzekleinen Verzögerung aktualisiert, ohne das entsprechende ToDo. Erstes Problem: ich habe nicht das innere Erleben, auch wirklich etwas geschafft (durchgestrichen) zu haben, da das ToDo ja schon aus dem Sinn ist. Zweites Problem: durch die Verkürzung der Liste muss ich mich jedesmal neu orientieren und kann nicht im Blitzdurchgang die Aufgaben wegklicken, da sich die Liste ja jedesmal verändert. Ergebnis: Ich kreuz die falschen Sachen an. Und muss das dann wieder rückgänging machen.

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