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Taschenrechner im Unterricht

Taschenrechner im Unterricht 15. Februar 2017Leave a comment

Ich habe jahrelang als Diplom-Designer mit den Schwerpunkten Web-, UX- und Icondesign gearbeitet. Daneben war ich, als "Adobe Certified Expert Photoshop", Fachautor und Dozent für Digitale Bildbearbeitung und Webdesign. Derzeit mache ich ein Zweitstudium um einen beruflichen Kurswechsel zum Grundschullehrer vorzunehmen. Die Begeisterung für Design und Technik ist jedoch ungetrübt. Deswegen lebt mein Blog (wieder) weiter. :)

Nahaufnahme der Tasten eines Taschenrechners

Überlegungen zum Einsatz von Taschenrechnern in der Grundschule, inspiriert durch Krauthausen & Scherer.

Das Buchkapitel „Elektronische Medien“ über den Einsatz eines Taschenrechners in Krauthausen/Scherers Einführung in die Mathematikdidaktik hat mich ziemlich beeindruckt. Auch bei mir war der erste Impuls bei der Aufgabe, 25×36 auszurechnen zuerst: Taschenrechner. Dann habe ich jedoch direkt erkannt, dass es ja viel einfacher wäre, die 36 x 100 zu rechnen und im Anschluss durch 4 zu dividieren. Das hat mir die Augen geöffnet, dass es sich durchaus lohnt a) sich vermehrt Gedanken zur Vereinfachung scheinbar komplexer Aufgaben zu machen, nicht zuletzt um Primarschulkindern eine entsprechende Basis mitgeben zu können und b) wie schnell man sich doch zum Taschenrechner verleiten lässt, einfach weil man es nun so gewohnt ist.

Um so spannender fand ich die grundsätzlich positive Haltung gegenüber des Einsatzes von Taschenrechnern in der Schule. Aus dem Bauch heraus hätte ich ebenfalls erst einmal die selben Gründe dagegen angeführt: Man übt das Rechnen nicht, bzw. die Kopfrechenleistung wird schlechter. Die Gründe für den Einsatz, im Hinblick auf frei gewordene Kapazitäten für das Begreifen von Zusammenhängen leuchten jedenfalls ein.

Gerade in der Grundschule könnten sich auf spielerische Weise so viele Zusammenhänge entdecken lassen. Beispielsweise könnten die Kinder auf dem Weg nach Hause alle roten Autos zählen, an denen sie vorbei gekommen sind und diese ins Verhältnis zur Strecke setzen. 13 rote Autos bei 1 km Fußweg. Wieviele rote Autos würde ich dann vermutlich auf dem Weg zur Oma sehen, die 167 km entfernt lebt? 167 x 13 = 2171. Oder der FCB hat im letzten Spiel in 90 Minuten 4 Tore gegen Zürich geschossen. Wenn das Spiel nun aber 8 mal so lange gedauert hätte, wie viele Tore wären dann gefallen? 4 x 8 = 32 Tore. An dem Beispiel könnten man auch testen, wie viele Schüler bemerken, dass die 90 Minuten in diesem Fall irrelevant sind, und es nur auf die Vervielfachung der 4 Tore ankommt. Generell kann auf diese Art und Weise auch schön das Arbeiten mit unterschiedlichen Operanden geübt werden.

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Wie hältst Du es mit dem Einsatz von Taschenrechnern im Unterricht, speziell in unteren Klassenstufen? No-Go oder sinnvolles Hilfsmittel?

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